
Die Entstehung
Beim Gruppenpuzzle – im englischen “Jigsaw Method” - handelt es sich um eine kooperative Lernmethode, um Grundlagenwissen zu erwerben. Die Jigsaw-Methode/ das Gruppenpuzzle wurde 1978 vom Amerikaner Elliot Aronson zusammen mit seinen Schülern entwickelt, um das Ausufern einer akut-explosiven Situation zu verhindern. An dieser Schule in Austin, Texas nahm damals die Anzahl der Schüler unterschiedlicher Herkunft enorm zu und da jene in Austin bis zu diesem Zeitpunkt immer getrennt unterrichtet wurden, fanden sie sich alle zum ersten mal im selben Klassenraum wieder.
Innerhalb weniger Wochen führten langjähriger Argwohn, Angst und Misstrauen zwischen diesen Gruppen zu einer Atmosphäre voller Unruhe und Feindseligkeit. Die ersten Prügeleien brachen in den Gängen und Schulhöfen der ganzen Stadt aus. Und so kam es, dass der Schulleiter Elliot Aronson anrief und ihn fragte, was man tun könne um den Schülern zu helfen, miteinander klar zu kommen. Nachdem man dann einige Tage lang beobachtete, was in den Klassenräumen statt fand kamen Elliot Arnoldson und seine Schüler zu dem Schluss, dass die Feindseligkeit durch die das Wetteifern und Konkurrieren der Schüler untereinander deutlich angeheizt wurde.
So erkannte man, dass man diesen wettstreitenden, scheinbar unaufhaltsamen Schwerpunkt in einen kooperativeren, kollegialeren verwandeln musste. So erfand man dann die Jigsaw-Methode. Die ersten “Versuche” fanden mit Fünftklässlern statt. Doch zuerst half man den Lehrern eine kooperative Gruppenpuzzle-Struktur für die Schüler zu entwickeln, um mehr über das Leben von Eleonor Roosevelt zu erfahren. Man teilte die Schüler nach Aspekten wie Herkunft, Volkszugehörigkeit und Geschlecht in kleine Gruppen, in denen jeder einzelne Schüler dann für einen bestimmten Teil der Roosevelt-Biografie zuständig war. Wie man sich vorstellen kann wurde wenigstens einer, wenn nicht sogar zwei Schüler von ihren Klassenkameraden gleich zu Beginn als Verlierer angesehen.
Einer dieser Schüler war Carlos. Er war in seiner neuen Umgebung sehr schüchtern und unsicher, da Englisch nicht seine Muttersprache war. Er konnte gut Englisch sprechen aber man hörte einen leichten Akzent durch. Nachdem er sich dann in einem Klassenraum voller Englisch-Muttersprachler wiederfand, war dies natürlich beängstigend für Carlos, zumal sich die anderen Schüler über ihn lustig machten. Die Lehrer versuchten dann nicht sie zurechtzuweisen indem sie sagten, sie sollen nett bzw. kooperativ sein, sondern indem sie ihnen vor Augen führten, dass solch ein Benehmen nicht dazu beitragen würde etwas darüber zu lernen, was Eleonor Roosevelt bei den Vereinten Nationen erreicht hat. Sie versuchte die Schüler immer wieder daran zu erinnern, dass sich die Situation verändert hatte. Das selbe Verhalten, was für sie früher vielleicht nützlich war, als sie noch gegeneinander konkurrierten, kostete sie nun etwas sehr wichtiges – die Chance, die Prüfung gut zu bestehen.
Natürlich lassen sich alte, dysfunktionale Eigenschaften und Verhaltensweisen nicht von heute auf morgen beseitigen. Aber entscheidend ist: sie lassen sich beseitigen. Man braucht unter Umständen nur ein wenig Geduld. So begriffen Carlos Mitschüler innerhalb einiger Wochen anhand der Jigsaw Methode, dass sie ihre Taktik ändern mussten. Es war nicht länger in ihrem Interesse Carlos zu ärgern, denn sie benötigten seine guten Leistungen, in ihrem eigenen Interesse – nämlich für die guten Leistungen der Gruppe.
Gestaltung
Der Erfolg des Gruppenpuzzles hängt stark von einer sorgfältigen didaktischen Planung ab. Dies setzt das eindeutige und klare Formulieren der Aufgabenstellung sowie das zur Verfügung stellen einer ausreichenden Sammlung von Materialquellen voraus. Des weiteren sollte man sicher stellen, dass sich die Aufgabenstellung für eine facettenreiche Auseinandersetzung eignet, damit aus den individuell gewonnenen Kenntnissen und Ergebnissen der Gruppe ein Gesamtbild zusammengepuzzelt werden kann.